Die Data Stores in ArcGIS Data Store können auf einem einzelnen Computer oder auf mehreren Computern bereitgestellt werden, um hohe Verfügbarkeit, Skalierbarkeit oder beides zu gewährleisten. Bei einigen Data-Store-Typen kann sich der von Ihnen definierte Bereitstellungsmodus darauf auswirken, wie viele Computer der Data Store enthalten kann.
Jeder Data-Store-Typ verfügt über einen Standardmodus für die Bereitstellung. Wenn ein Data Store mit dem Data-Store-Konfigurationsassistenten erstellt wird, wird immer der Standardmodus verwendet. Wenn Sie einen Data Store in einem anderen als dem Standardmodus erstellen möchten, müssen Sie hierzu das Dienstprogramm configuredatastore verwenden.
In der folgenden Tabelle wird angegeben, über welche Standardmodi und weiteren Optionen die einzelnen ArcGIS Data Store-Typen verfügen:
| Data-Store-Typ | Standardmodus | Andere Modi | Hinweise |
|---|---|---|---|
Graph Store | Einzelinstanz | Cluster Vorversion:Primär/Standby | Ab Version 11.5 wird der Primär/Standby-Modus für den Graph Store nicht mehr unterstützt. Sie können den Modus eines Graph Store ab Version 11.5 von Einzelinstanz auf Cluster-Modus umstellen. Graph Stores der Version 11.2, 11.3 und 11.4 können einen oder zwei Computer enthalten. Sie können den Modus für diese Graph Store-Versionen nicht ändern. Graph Stores, die unter 11.1. oder früher erstellt wurden, werden nur im Einzelinstanzmodus ausgeführt. |
Objektspeicher | Einzelinstanz | Cluster | Im Einzelinstanzmodus wird ein Computer unterstützt. Der Cluster-Modus muss auf mindestens drei Computern bereitgestellt werden. Sie können den Objektspeichermodus nach seiner Bereitstellung nicht mehr ändern. Tipp:Auch wenn Sie den Modus der vorhandenen Installation nicht ändern können, können Sie den Objektspeicher mithilfe einer Sicherungsdatei auf neue Computer verschieben und in einem anderen Modus wiederherstellen. Anweisungen finden Sie im technischen Artikel 34164. |
Data Store vom Typ "relational" | Primär/Standby | Data Stores vom Typ "relational" können einen oder zwei Computer enthalten. | |
Big Data Store vom Typ "spatiotemporal" | Cluster | Big Data Stores vom Typ "spatiotemporal" können einen, drei oder mehr Computer enthalten. |
Ein Computer
Wenn ArcGIS Data Store nicht hochverfügbar oder skalierbar sein muss, können Sie jeden Data-Store-Typ mit seinem Standardmodus auf einem einzelnen Computer erstellen.
Vergewissern Sie sich, dass der Computer über große Mengen an Speicherplatz und Arbeitsspeicher verfügt, wenn Sie einen Data Store auf einem einzelnen, dezidierten Computer bereitstellen.
Überlegungen
Der Data Store vom Typ "relational" wird im Primär/Standby-Modus bereitgestellt, der Big Data Store vom Typ "spatiotemporal" im Cluster-Modus, und beide können jederzeit über einen einzelnen Computer hinaus erweitert werden.
Die Bereitstellung eines Objektspeichers auf einem einzelnen Computer erreicht eine höhere Performance als ein Cluster von Objektspeicher-Computern. Dies gilt jedoch nur, wenn der einzelne Computer über eine ausreichende Menge an Arbeitsspeicher und Festplattenspeicher für alle gespeicherten Caches verfügt.
Der Graph Store kann auch auf einem einzelnen Computer bereitgestellt werden. Sie können den Modus des Graph Store auch nach seiner Bereitstellung ändern, wenn Sie zu einem späteren Zeitpunkt eine hohe Verfügbarkeit benötigen.
Vor ArcGIS Data Store 11.2 konnte ein Graph Store nur im Einzelinstanzmodus bereitgestellt werden. Auch bei einem Upgrade der Bereitstellung von Version 11.1 oder früher bleibt der Graph Store im Einzelinstanzmodus.
Primär/Standby-Modus
Im Primär/Standby-Modus können Data Stores vom Typ "relational" bis zu zwei Computer enthalten. Auf beiden Computern befinden sich dieselben Daten. Gehostete Web-Layer greifen auf die Daten auf dem primären Computer zu. Fällt der primäre Computer aus, wird der Standby-Computer zum primären Computer, und die gehosteten Layer greifen auf die Daten auf dem neuen primären Computer zu. Auf diese Weise wird kontinuierlicher Zugriff auf die Layer gewährleistet, während Sie als ArcGIS Data Store-Administrator den ausgefallenen Computer wiederherstellen oder ersetzen.
Der erste Computer, auf dem Sie ArcGIS Data Store installieren und einen Data Store vom Typ "relational" erstellen, ist der primäre Data-Store-Computer. Sie können einen weiteren Data-Store-Computer vom Typ "relational" in derselben GIS Server-Site installieren und konfigurieren, sodass dies der zweite Data-Store-Computer des Standby-Computers wird. Daten werden vom primären auf den Standby-Computer repliziert Der Standby-Computer wird primär, wenn der eigentlich primäre Computer ausfällt.
Weitere Informationen zur Implementierung von Primär- bzw. Standby-Data-Stores vom Typ "relational" finden Sie unter Hinzufügen von Computern zu einem Data Store.
Ausfallszenarien
Nachfolgend sind Situationen aufgelistet, in denen der Standby-Computer zum primären Computer für den Data Store wird. Die folgenden Situationen umfassen sowohl Hardware- als auch Softwareausfälle.
- Der primäre Data Store wird nicht mehr ausgeführt. ArcGIS Data Store versucht, den Data Store auf dem primären Computer neu zu starten. Ist ein Neustart nicht möglich, wird die Ausfallsicherung des Data Store auf dem Standby-Gerät aktiv.
- Die Web-App des primären Geräts hört auf zu arbeiten und versucht, die Web-App auf dem primären Gerät neu zu starten. Im seltenen Fall, dass dies nicht funktioniert, übernimmt der Standby-Computer die Ausfallsicherung des Data Store.
- Der primäre Computer ist nicht verfügbar. Dies kann geschehen, wenn der Computer abstürzt oder von der Stromversorgung oder vom Netzwerk getrennt wird. Es erfolgt ein Failover von ArcGIS Data Store zum Standby-Computer, wenn drei aufeinanderfolgende Versuche, eine Verbindung mit dem primären Computer herzustellen, fehlschlagen.
Durch menschliches Eingreifen wird eine Ausfallsicherung nur dann veranlasst, wenn der primäre Data Store absichtlich offline geschaltet wird oder der ArcGIS Server-Site-Administrator den REST-Befehl makePrimary auf dem Standby-Computer ausführt.
Hinweis:
Wenn ein Microsoft Windows-Computer, der als primärer ArcGIS Data Store-Computer dient, heruntergefahren wird, erfolgt durch den Data Store kein Failover, da unter Windows alle Dienste beendet werden, bevor der Computer heruntergefahren wird. Wenn also der Data Store verfügbar sein soll, während dieser Computer offline ist, dann müssen Sie zuerst den Standby-Computer manuell zum primären Computer heraufstufen, bevor Sie den vorherigen primären ArcGIS Data Store-Windows-Computer herunterfahren.
Weitere Informationen
Bedenken Sie Folgendes:
- Der Primär/Standby-Modus ermöglicht die Hochverfügbarkeit von gehosteten Layern.
- Die Skalierung kann nicht über zwei Computer hinaus erfolgen.
Cluster-Modus
Der Cluster-Modus ist für den Big Data Store vom Typ "spatiotemporal" verfügbar, damit Sie bei steigendem Speicherbedarf die Bereitstellung auf zusätzliche Computer skalieren können.
Für den Objektspeicher wird durch den Cluster-Modus hohe Verfügbarkeit gewährleistet.
Im Cluster-Modus muss der Objektspeicher oder der Big Data Store vom Typ "spatiotemporal" mindestens drei Computer umfassen. Installieren Sie daher ArcGIS Data Store auf drei oder mehr Computern, konfigurieren Sie auf jedem Computer denselben Data-Store-Typ und achten Sie darauf, beim Erstellen der Data Stores immer dieselbeGIS Server-Site als Host anzugeben.
Für den Graph Store ist auch ein Cluster-Modus verfügbar, um eine hohe Verfügbarkeit zu gewährleisten. Ein Graph Store, der im Cluster-Modus bereitgestellt wird, muss genau drei Computer umfassen.
Im Cluster-Modus verhalten sich die Data-Store-Typen unterschiedlich. Unter den folgenden Links finden Sie Beschreibungen des Cluster-Verhaltens der verschiedenen Data-Store-Typen:
- Graph Store-Cluster
- Objektspeicher im Cluster-Modus
- Big Data Store vom Typ "spatiotemporal" im Cluster-Modus
Weitere Informationen
Bedenken Sie Folgendes:
- Selbst wenn ein Computer ausfällt, sind die Daten noch auf mindestens einem anderen Computer vorhanden. Solange der andere Computer verfügbar ist, ist der gehostete Layer noch nutzbar.
- Sie müssen mindestens drei Computer in den Objektspeicher-Cluster einbeziehen, um ihn nutzen zu können.