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ArcGIS Enterprise-Sicherungen

Sie können Sicherungen Ihrer ArcGIS Enterprise-Bereitstellung erstellen und im Falle eines Fehlers oder einer die aktuelle Sicherung wiederherstellen. Damit erhalten Sie die Möglichkeit, die Portal-Elemente, Services und Daten wiederherzustellen, die zum Zeitpunkt der Erstellung der Sicherung vorhanden waren.

Die Wiederherstellung von Sicherungen zur Wiederherstellung Ihrer Bereitstellung ist geeignet, wenn Ihre Benutzer geringe Ausfallzeiten und möglichen Datenverlust akzeptieren und Ihre Organisation nicht über die Infrastruktur bzw. die Ressourcen verfügt, um eine Bereitstellung mit hoher Verfügbarkeit vorzusehen.

Sie können auch dann Sicherungen erstellen, wenn Sie andere Strategien zur Notfallwiederherstellung implementieren. Sie bieten zusätzliche Sicherheit, dass die Bereitstellung wiederhergestellt werden kann, wenn die primäre Strategie fehlschlägt.

Wenn Sie beispielsweise eine replizierte Bereitstellung verwalten und sowohl die primäre als auch die replizierte Bereitstellung gleichzeitig ausfallen (wenn beide beispielsweise auf Servern im selben Gebäude ausgeführt werden und es zu einem Stromausfall kommt), verfügen Sie immer noch über eine Sicherung, auf die Sie zurückgreifen können.

Sicherungsmodi

Mit dem Dienstprogramm webgisdr können Sie verschiedene Arten von Sicherungen erstellen. Folgende Sicherungsmodi stehen zur Verfügung:

Sicherung

Mit dem in Version 10.9 eingeführten Modus backup wird der Status der Organisation, einschließlich der Portalinhalte, der veröffentlichten Services, des Data Stores vom Typ "relational" und des Data Stores vom Typ "Kachel-Cache" (sofern dieser in der Eigenschaftendatei angegeben wurde), gesichert. Dies schließt auch alle Data-Store-Verweise ein, die als Portalelemente oder direkt über ArcGIS Server Manager registriert wurden. Sie können den Modus backup nicht verwenden, um referenzierte Daten zu sichern, es sei denn, die Daten wurden im Rahmen des Veröffentlichungsprozesses auf die Site kopiert.

Voll

Der Modus full funktioniert auf ähnliche Weise wie der Modus backup und enthält den gleichen Inhalt. Er soll das Erstellen eines Zeitplans für eine Kombination aus vollständigen und inkrementellen Sicherungen erleichtern und die Beschränkung für Transaktionsprotokolle aufheben, um inkrementelle Sicherungen und Wiederherstellungen zu ermöglichen. Wenn Sie den Modus incremental nicht im Rahmen Ihrer Sicherungsstrategie verwenden möchten, müssen Sie stattdessen den Modus backup verwenden.

Inkrementell

Der Modus incremental enthält eine Zusammenstellung der Änderungen seit der letzten vollständigen Sicherung. Er ist besonders nützlich bei der geographischen Replikation, wo kürzere Sicherungs- und Wiederherstellungszeiten von Vorteil sind, um eine enge Synchronisierung der Bereitstellungen aufrechtzuerhalten. Die Sicherungsdatei des Modus incremental enthält nur Änderungen an den Portalinhalten, den veröffentlichen Services, den auf die Verbundserver-Sites kopierten Daten, dem Data Store vom Typ "relational" und dem Data Store vom Typ "Kachel-Cache", sofern dieser in der Eigenschaftendatei angegeben wurde. Wenn ein neuer Data Store bei der ArcGIS Server-Site registriert oder eine vorhandene Verbindungszeichenfolge aktualisiert wird, sind eine Sicherung mit dem Modus full und eine anschließende Wiederherstellung erforderlich, bevor Sie mit der Replikation unter Verwendung des Modus incremental fortfahren können.

Was ist in der Sicherung enthalten?

Verwenden Sie das Dienstprogramm webgisdr, um Sicherungsdateien der folgenden Komponenten Ihrer ArcGIS Enterprise-Bereitstellung zu exportieren:

  • Ihre Portal-Elemente und -Einstellungen
  • GIS-Services und -Einstellungen
  • Der Data Store vom Typ "relational" und der Data Store vom Typ "Kachel-Cache"

Um die Gesamtgröße der Sicherungen zu reduzieren, können Sie zwischen vollständigen Sicherungen inkrementelle Sicherungen erstellen. Weitere Informationen zu den Unterschieden zwischen vollständigen und inkrementellen Sicherungen finden Sie unter Sicherungsmodi.

Folgende Elemente sind in der mit dem Dienstprogramm webgisdr erstellten Sicherung nicht enthalten:

  • Kartenservice-Cache-Kacheln oder gehostete Kachel-Layer-Caches: Wenn Sie über eines dieser Elemente verfügen, erstellen Sie eine Sicherheitskopie aller Verzeichnisse, in denen die Cache-Kacheln gespeichert werden (z. B. das vollständige Verzeichnis arcgiscache unter C:\arcgisserver\directories\ oder <ArcGIS Server installation directory>/arcgis/server/usr/directories). Diese Verzeichnisse enthalten die Cache-Kacheln und die Kachelschemadatei conf.xml. Die Cache-Verzeichnisse können auch die File-Geodatabase status.gdb mit Informationen dazu, welche Kacheln erstellt wurden, enthalten. Wenn Sie die Site wiederherstellen, verschieben oder kopieren Sie die Informationen wieder in das ursprüngliche Verzeichnis arcgiscache.
  • Datenquellen als Referenz für Web-Services: Bei dateibasierten Datenquellen müssen Sie Sicherungskopien dieser Dateien erstellen. Verwenden Sie für Daten, die in einer Datenbank gespeichert sind, die Werkzeuge Ihres Datenbankmanagementsystems, um Datenbanksicherungen zu erstellen.
  • Sicherungen für Big Data Stores vom Typ "spatiotemporal" und Grafikspeicher: Wenn Sie einen Big Data Store vom Typ "spatiotemporal" und/oder einen Grafikspeicher bei Ihrem Hosting-Server registriert haben, müssen Sie Sicherungen mit dem ArcGIS Data Store-Dienstprogramm backupdatastore erstellen.
  • Verbundene ArcGIS Mission Server- oder ArcGIS Notebook Server-Sites: Befolgen Sie zum Erstellen von Sicherungen die Anweisungen in der ArcGIS Mission Server-Dokumentation und der ArcGIS Notebook Server-Dokumentation. Befolgen Sie für die Wiederherstellung mit dem Dienstprogramm webgisdr die Anweisungen unter Wiederherstellen von ArcGIS Enterprise.
  • ArcGIS GeoEvent Server-Site-Konfiguration: Befolgen Sie zum Erstellen einer Sicherung die Anweisungen in der ArcGIS GeoEvent Server-Dokumentation.

Hinweis:

Um inkrementelle Sicherungen mit dem Dienstprogramm webgisdr erstellen zu können, müssen Sie die Wiederherstellung auf einen bestimmten Zeitpunkt aktivieren; andernfalls schlägt das Dienstprogramm fehl.

Beachten Sie auch, dass das Dienstprogramm webgisdr über die URL des ArcGIS Server-Administratorverzeichnisses und den primären Data Store Zugriff auf mindestens einen Computer innerhalb jeder Verbundserver-Site haben muss, damit es erfolgreich ausgeführt werden kann. Um festzustellen, ob auf die URL zugegriffen werden kann, öffnen Sie das ArcGIS Server-Administratorverzeichnis in einem Browser auf dem Computer, auf dem das Dienstprogramm webgisdr ausgeführt werden soll.

Seit Version 10.4 müssen immer weniger Elemente und Einstellungen in den Quell- und Zielbereitstellungen identisch sein, wenn das Dienstprogramm webgisdr ausgeführt wird. In der folgenden Tabelle werden die entsprechenden Änderungen in den letzten Versionen von Portal for ArcGIS und ArcGIS Server zusammengefasst:

Muss dieses Element oder diese Einstellung in Bereitstellungen identisch sein, wenn das Dienstprogramm webgisdr ausgeführt wird?

Element oder Einstellung10.4.x10.5.x, 10.610.6.1 und höher

Öffentliche Portal-URLs

Ja

Ja

Ja

Services-URL für Verbundserver

Ja

Ja

Ja

Andere registrierte Data Stores als ArcGIS Data Store

Ja

Ja

Ja

Kontoanmeldeinformationen für die Datei ...webgisdr.properties

Ja

Ja

Ja

ArcGIS Server-Verzeichnispfade (z. B. arcgisjobs)

Ja

Ja

Nein

Sicherheitsinformationen (LDAP-URLs, Proxy-Informationen)

Ja

Ja

Nein

Bereitstellungstyp (einzelner Computer oder hohe Verfügbarkeit)

Ja

Nein

Nein

Private Portal-URL

Ja

Nein

Nein

Admin-URL für Verbundserver

Ja

Nein

Nein

Computernamen

Ja

Nein

Nein

Speichertyp für Portal-Inhaltsverzeichnis

Ja

Ja

Ja

Pfad zum Portal-Inhaltsverzeichnis (bei Verwendung des Dateisystems)

Nein

Nein

Nein

Anmeldedaten für das Portal-Inhaltsverzeichnis (bei Verwendung des Cloud-Speichers).

Nein

Nein

Nein

ArcGIS Server-Konfigurationsspeicher

Nein

Nein

Nein

Netzwerkanforderungen

Damit das webgisdr-Dienstprogramm funktioniert, benötigt es Zugriff auf bestimmte URLs, die Teil Ihrer Bereitstellung sind und mit denen direkt eine Verbindung mit der zu sichernden Komponente hergestellt wird. Je nach Konfiguration stimmen diese URLs möglicherweise nicht mit den URLs überein, die für die Konfiguration der ArcGIS Enterprise-Bereitstellung verwendet werden, wie z. B. die privatePortalURL-Eigenschaft im Portal oder die URLs, die für den Verbund von Portal und Server verwendet werden. Die URLs lauten wie folgt:

  • Der Endpunkt 7443 des oder der Portal-Computer, wenn die Bereitstellung hochverfügbar ist. Wenn Ihr Portal auf einem Computer namens portal.domain.com läuft, muss das webgisdr-Dienstprogramm https://portal.domain.com:7443/arcgis erreichen können.
  • Der Endpunkt 6443 mindestens eines ArcGIS Server-Computers in jeder Verbundserver-Site. Wenn ArcGIS Server auf einem Computer namens server.domain.com läuft, muss das webgisdr-Dienstprogramm https://server.domain.com:6443/arcgis erreichen können. Dies gilt auch für jeden anderen Computer, der zu dieser Site gehört.
  • Der Endpunkt 2443 eines beliebigen ArcGIS Data Store-Computers, der auf der Hosting-Server-Site registriert ist. Wenn ArcGIS Data Store auf einem Computer namens datastore.domain.com läuft, muss das webgisdr-Dienstprogramm https://datastore.domain.com:2443/arcgis erreichen können.

Wie häufig sollte eine Sicherung der ArcGIS Enterprise-Bereitstellung durchgeführt werden?

Je häufiger Sie Sicherungen erstellen, desto geringer ist der Datenverlust bei einem Ausfall der primären Bereitstellung. Es ist jedoch nicht praktisch (bzw. häufig nicht möglich), ständig Sicherungen zu erstellen. Beachten Sie Folgendes, wenn Sie festlegen, wie häufig Sicherungen Ihrer Bereitstellung erstellt werden sollen:

  • Jede Erstellung einer Sicherung nimmt Zeit in Anspruch. Der Zeitaufwand steigt mit zunehmendem Umfang der Inhalte. Dieser kann reduziert werden, indem inkrementelle Sicherungen zwischen vollständigen Sicherungen durchgeführt werden.
  • Die Erstellung einer Sicherung ist ein netzwerkintensiver Vorgang und kann die Performance des Netzwerks beeinträchtigen. Es empfiehlt sich, vollständige Sicherungen bei geringem Datenverkehr im Netzwerk durchzuführen, z. B. nachts; inkrementelle Sicherungen hingegeben sollten tagsüber bei geringerem Datenverkehr erfolgen, z. B. während der Mittagspause. Das Werkzeug webgisdr kann als cron-Auftrag in einer Linux-Umgebung ausgeführt werden. Außerdem kann das Werkzeug verschoben und auf einem anderen Computer als der Portal-Installation ausgeführt werden, sofern die Kommunikation zwischen dem Computer, auf dem es ausgeführt wird, und den ArcGIS Enterprise-Komponenten möglich ist.
  • Auch wenn Sicherungsdateien komprimiert sind, nehmen sie dennoch Speicherplatz in Anspruch. Sie müssen genügend Speicherplatz in dem sicheren Sicherungsverzeichnis bereitstellen, um die Sicherungsdateien abzulegen.

Wie lange sollten Sicherungsdateien aufbewahrt werden?

Die Entscheidung über die Dauer der Aufbewahrung von Sicherungsdateien hängt davon ab, wie viel freier Speicherplatz verfügbar ist und welches Maß an Flexibilität Sie für Wiederherstellungsoptionen benötigen. Wenn Sie keine Wiederherstellung in den Status eines Zeitpunkts vor der letzten vollständigen Sicherung durchführen müssen, können Sie die letzte vollständige Sicherung und die inkrementellen Sicherungen ab diesem Zeitpunkt beibehalten.

Inkrementelle Sicherungen, die mit dem Werkzeug webgisdr erstellt wurden, sind kumulativ; Sie können die letzte inkrementelle Sicherung auf die letzte vollständige Sicherung anwenden. Daher müssen Sie zumindest die letzte vollständige Sicherung und die letzte inkrementelle Sicherung beibehalten, die seit dieser vollständigen Sicherung erstellt wurde.

Sie können auch einige ältere Sicherungen an einen anderen Speicherort verschieben, z. B. auf ein Speichermedium. Wenn Sie feststellen, dass wichtige Daten und Services vor der letzten vollständigen Sicherung gelöscht wurden, stehen Ihnen die Dateien auf diese Weise weiterhin zur Verfügung.

Hinweis:

Das Dienstprogramm webgisdr zeichnet die Softwareversionen der ArcGIS Enterprise-Komponenten auf, wenn Sie eine Sicherung erstellen. Die Bereitstellung, in der Sie die Wiederherstellung durchführen, muss dieselbe Version wie bei der Erstellung der Sicherung aufweisen. Zudem müssen Sie denselben Betriebssystemtyp wiederherstellen. Sie können beispielsweise keine Sicherung einer ArcGIS Enterprise-Bereitstellung unter Linux erstellen und auf Windows-Computern wiederherstellen.